Skip to main content

Full text of "Die Abkuerzungen in der lateinischen Schrift des Mittelalters: Ein ..."

See other formats


Google 



This is a digital copy of a book that was prcscrvod for gcncrations on library shclvcs bcforc it was carcfully scannod by Google as pari of a projcct 

to make the world's books discoverablc online. 

It has survived long enough for the Copyright to expire and the book to enter the public domain. A public domain book is one that was never subject 

to Copyright or whose legal Copyright term has expired. Whether a book is in the public domain may vary country to country. Public domain books 

are our gateways to the past, representing a wealth of history, cultuie and knowledge that's often difficult to discover. 

Marks, notations and other maiginalia present in the original volume will appear in this flle - a reminder of this book's long journcy from the 

publisher to a library and finally to you. 

Usage guidelines 

Google is proud to partner with libraries to digitize public domain materials and make them widely accessible. Public domain books belong to the 
public and we are merely their custodians. Nevertheless, this work is expensive, so in order to keep providing this resource, we have taken Steps to 
prcvcnt abuse by commercial parties, including placing lechnical restrictions on automated querying. 
We also ask that you: 

+ Make non-commercial use ofthefiles We designed Google Book Search for use by individuals, and we request that you use these files for 
personal, non-commercial purposes. 

+ Refrain fivm automated querying Do not send automated queries of any sort to Google's System: If you are conducting research on machinc 
translation, optical character recognition or other areas where access to a laige amount of text is helpful, please contact us. We encouragc the 
use of public domain materials for these purposes and may be able to help. 

+ Maintain attributionTht GoogXt "watermark" you see on each flle is essential for informingpcoplcabout this projcct and hclping them lind 
additional materials through Google Book Search. Please do not remove it. 

+ Keep it legal Whatever your use, remember that you are lesponsible for ensuring that what you are doing is legal. Do not assume that just 
because we believe a book is in the public domain for users in the United States, that the work is also in the public domain for users in other 
countries. Whether a book is still in Copyright varies from country to country, and we can'l offer guidance on whether any speciflc use of 
any speciflc book is allowed. Please do not assume that a book's appearance in Google Book Search mcans it can bc used in any manner 
anywhere in the world. Copyright infringement liabili^ can be quite severe. 

Äbout Google Book Search 

Google's mission is to organizc the world's Information and to make it univcrsally accessible and uscful. Google Book Search hclps rcadcrs 
discover the world's books while hclping authors and publishers rcach ncw audicnccs. You can search through the füll icxi of ihis book on the web 

at |http: //books. google .com/l 



Google 



IJber dieses Buch 

Dies ist ein digitales Exemplar eines Buches, das seit Generationen in den Realen der Bibliotheken aufbewahrt wurde, bevor es von Google im 
Rahmen eines Projekts, mit dem die Bücher dieser Welt online verfugbar gemacht werden sollen, sorgfältig gescannt wurde. 
Das Buch hat das Uiheberrecht überdauert und kann nun öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentlich zugängliches Buch ist ein Buch, 
das niemals Urheberrechten unterlag oder bei dem die Schutzfrist des Urheberrechts abgelaufen ist. Ob ein Buch öffentlich zugänglich ist, kann 
von Land zu Land unterschiedlich sein. Öffentlich zugängliche Bücher sind unser Tor zur Vergangenheit und stellen ein geschichtliches, kulturelles 
und wissenschaftliches Vermögen dar, das häufig nur schwierig zu entdecken ist. 

Gebrauchsspuren, Anmerkungen und andere Randbemerkungen, die im Originalband enthalten sind, finden sich auch in dieser Datei - eine Erin- 
nerung an die lange Reise, die das Buch vom Verleger zu einer Bibliothek und weiter zu Ihnen hinter sich gebracht hat. 

Nu tzungsrichtlinien 

Google ist stolz, mit Bibliotheken in Partnerschaft lieber Zusammenarbeit öffentlich zugängliches Material zu digitalisieren und einer breiten Masse 
zugänglich zu machen. Öffentlich zugängliche Bücher gehören der Öffentlichkeit, und wir sind nur ihre Hüter. Nie htsdesto trotz ist diese 
Arbeit kostspielig. Um diese Ressource weiterhin zur Verfügung stellen zu können, haben wir Schritte unternommen, um den Missbrauch durch 
kommerzielle Parteien zu veihindem. Dazu gehören technische Einschränkungen für automatisierte Abfragen. 
Wir bitten Sie um Einhaltung folgender Richtlinien: 

+ Nutzung der Dateien zu nichtkommerziellen Zwecken Wir haben Google Buchsuche Tür Endanwender konzipiert und möchten, dass Sie diese 
Dateien nur für persönliche, nichtkommerzielle Zwecke verwenden. 

+ Keine automatisierten Abfragen Senden Sie keine automatisierten Abfragen irgendwelcher Art an das Google-System. Wenn Sie Recherchen 
über maschinelle Übersetzung, optische Zeichenerkennung oder andere Bereiche durchführen, in denen der Zugang zu Text in großen Mengen 
nützlich ist, wenden Sie sich bitte an uns. Wir fördern die Nutzung des öffentlich zugänglichen Materials fürdieseZwecke und können Ihnen 
unter Umständen helfen. 

+ Beibehaltung von Google-MarkenelementenDas "Wasserzeichen" von Google, das Sie in jeder Datei finden, ist wichtig zur Information über 
dieses Projekt und hilft den Anwendern weiteres Material über Google Buchsuche zu finden. Bitte entfernen Sie das Wasserzeichen nicht. 

+ Bewegen Sie sich innerhalb der Legalität Unabhängig von Ihrem Verwendungszweck müssen Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst sein, 
sicherzustellen, dass Ihre Nutzung legal ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein Buch, das nach unserem Dafürhalten für Nutzer in den USA 
öffentlich zugänglich ist, auch für Nutzer in anderen Ländern öffentlich zugänglich ist. Ob ein Buch noch dem Urheberrecht unterliegt, ist 
von Land zu Land verschieden. Wir können keine Beratung leisten, ob eine bestimmte Nutzung eines bestimmten Buches gesetzlich zulässig 
ist. Gehen Sie nicht davon aus, dass das Erscheinen eines Buchs in Google Buchsuche bedeutet, dass es in jeder Form und überall auf der 
Welt verwendet werden kann. Eine Urheberrechtsverletzung kann schwerwiegende Folgen haben. 

Über Google Buchsuche 

Das Ziel von Google besteht darin, die weltweiten Informationen zu organisieren und allgemein nutzbar und zugänglich zu machen. Google 
Buchsuche hilft Lesern dabei, die Bücher dieser We lt zu entdecken, und unterstützt Au toren und Verleger dabei, neue Zielgruppcn zu erreichen. 
Den gesamten Buchtext können Sie im Internet unter |http: //books . google .coiril durchsuchen. 




^■. ' 



wm 



ta 




i^ 




V 







^ 







\ 



/ 



«, 




/ 



f. 



V, 



DIE ABKUERZUNGEN 



LATEINISCHEN SCHRIFT DES MITTELALTERS. 



EIN METHODISCH-PRAKTISCHER VERSUCH 



CKSARE PAOLI, 

PEOFESSOB ZU FIXIBKNZ. 



AUS DEM ITALIENISCHEN UEBERSETZT 



DR. KARL LOHMEYER, 

PKOFEäSOS ZU X0£in03B£l(O I. PB. 



INVBBBVCK. 

VEBLAQ DI» WAGNEB'SCHEH ÜHTVBBSITiÜTä-llUCDHllJDLUBG. 









AUG 6 1941 , 



DRUCK DEB WAGNEE'SCHEN ÜNIVEBSITAETS-BUCHDRUCKBREI. 



Vorbemerkungen. 



I. 

Der Nutzen eines methodischen und regelrechten 
Studiums der Abkürzungen bedarf, glaube ich, keiner 
weitern Begründung: ein solches Studium fordert nicht 
bloß die Wissenschaft der Paläographie, sondern auch 
ihre praktische V^rwerthung. Denn indem sie die ähn- 
lichen Fälle zusammenstellt und vergleicht, aus dieser 
Vergleichung der besonderen Fälle die allgemeinen Kegeln 
zieht und die Grundsätze für die Untersuchung feststellt, 
leitet und unterstützt sie in der Mehrzahl der Fälle die 
richtige Erklärung der Abkürzungen, wahrend sie anderer- 
seits da, wo es sich mehr um Bathen als um Erklären 
handelt, den allzu verführerischen Lockungen eines ge- 
wagten Empirismus verständig hemmend entgegentritt 

In dieser Absicht veröffentliche ich den vorliegenden 
Versuch, der eine weitere Ausführung des vierten Kapitels 
meines Grundrisses der lateinischen Paläographie und zu- 
gleich eine gedrängte Darlegung der von mir angewen- 
deten Lehrweise sein soll. Die günstige Erfahrung, welche 
ich daran mit mir selbst und an meinen Schülern, irre 
ich mich nicht, gemacht habe, läßt mich hoffen, daß diese 
kleine Arbeit den Jüngern der Wissenschaft, deren Wol- 
wollen ich sie empfehle, weder unangenehm noch unnütz 
sein wird. 

C. P. 



II. 

Der obigen Vorbemerkung des Herrn Verfassers 
glaube ich als Uebersetzer zunächst hinzufugen zu sollen, 
daß der Wunsch, auch von diesem kleinen Lehrbuche 
des anerkannten Meisters in seinem Fache möchte den 
deutschen Fachgenossen, Lehrenden und Lernenden, eine 
Verdeutschung geboten werden, mehrfach, auch öjBFentlich 
ausgesprochen ist, und femer daß der Herr Verfasser 
wieder die Liebenswürdigkeit gehabt hat mir einige Zu- 
Sätze und Ergänzungen zur Verfügung zu stellen. 

Für deutsche Benutzer ist es vielleicht nicht ohne 
Literesse zu erfahren, daß das Büchelchen zu einer Beihe 
von Leitfäden und anderen Hülfsbüchem zum akademischen 
Unterricht gehört, welche die Direktion der k. Hochschule 
zu Florenz herausgiebt. Die hohe Behörde hat gern, was 
mit Dank anerkannt werden soll, ihre Einwilligung zu 
dieser üebersetzung ertheilt. 



I. Allgemeine Elnthellung. 

1. «Alle lateinischen Abkürzungen des Mittelalters, 
in den Büchern wie in den Urkunden, lassen sich in zwei 
Hauptklassen zusammenstellen: Abkürzungen durch all- 
gemeine Zeichen und Abkürzungen durch besondere 
Zeichen. 

„Allgemeine Zeichen sind diejenigen, welche nur 
einfach andeuten, dass das Wort abgekürzt ist, ohne ge- 
nauer anzugeben, welche Bestandtheile ihm fehlen, be- 
sondere dagegen diejenigen, welcbe bestimmte Buch- 
staben und bestimmte Silben ersetzen und auf diese Weise 
genau anzeigen, welche Bestandtheile in dem abgekürzteii 
Worte zu ergänzen sind. * ^ 

2. Die Abkürzungen der Erstem Klasse fallen in zwei 
ünterabtheiluDgen auseinander: i 

Abkürzungen durch Verstümmelung und 

Abkürzungen durch Zusammenziehung, 
die der zweiten Klasse in drei ünterabtheilungen : 

Abkürzungen durch Zeichen mit feststehender 
Bedeutung, 

Abkürzungen durch Zeichen mit relativer Be- 
deutung und 



') Aus meinem Grundriss zu Vorlesungen über lateinische 
Paläographie, 2, Aufl. Uebersetzt von K. Lohmeyer (Innsbruck 1889), 
S. 64 (Original, Florenz 1888, R. 39). 

Paoli-Lohmeyer, Abkürzungen. X 



Abkürzungen durch übergesetzte verkleinäi^te 
Buchstaben. 

Von jeder dieser Abtheilungen werde ich besonders 
handeln. 

II. AbkOrznngen durch YerstOmmelnng. 

3. Als ^Abkürzungen durch Verstümmelung* be- 
zeichne ich die Wörter, wenn von ihnen nur der Anfang 
hingeschrieben und der yerstümimelte Schlusstheil durch 
ein Abkürzungszeichen ersetzt ist^. 

4. Unter den Abkürzungen dieser Abtheilung nehmen 
die erste Stelle die Siglen ein, welche in Wahrheit die 
gründlichste Verstümmelung sind, die mit einem Worte 
vorgenommen werden kann, indem dabei nur der Anfangs- 
buchstabe allein unversehrt gelassen wird. An dieser 
Stelle will ich jedoch weder von den Siglen der römischen 
Inschriften, noch von den Siglen der Majuskelhandschriften 



^) Diese Abkürzungen sind sonst bekannter unter der von 
den Franzosen herrührenden Bezeichnung, welche auch wir Italiener 
angenommen haben: als „Abkürzungen durch Auslassung", Die 
Benennung „par Suspension" war von Chassant eingeführt, von 
welchem wir sie zugleich mit dem Begriff wörtlich übernommen 
haben. Aber wenn auch der Begriff ein guter ist (und in Wahrheit 
gebürt Chassant das Übergroße Verdienst die er^te auf Vemunft- 
gründen und Erfahrung beruhende füntheilung der mittelalterlichen 
Abkürzungen begrifflich festgestellt zu haben), und wenn auch die 
französischen Paläographen den oben angeführten Ausdruck bei- 
behalten haben, so weiß man doch nicht recht, was er, ins Ita- 
lienische Übertragen, bedeuten soll. Es scheint mir indessen, daß 
das Wort „troncamento {Verstümmelung)", welches ich vorschlage, 
mehr zutreffend und mehr italienisch sei und auch der besondem 
Bedeutung, welche Chassant seinem Worte „Suspension" beilegen 
wollte, besser entspreche. 



handeln, sondern nur von denjenigen, welche in den 
Minuskelsehriften des Mittelalters vorkommen. Aber aach 
in diesen finden sich ebenso wie bereits vorher in dem 
System der römischen Epigraphik^ einfache Siglen, 
solche nämlich, die nur ans einem einzigen Buchstaben 
und einem Punkt bestehen, doch sind sie meistens von 
übergeschriebenen Zeichen oder verkleinerten Buchstaben, 
welche ihre Erklärung erleichtern sollen, begleitet. 
Hier einige Beispiele: 



f.r=fiUm. 


^, ^, ^r=librae^ so*- 


i.— idesL 


lidi^ denarii. 


1. = lege. 


m9 — modo. 


s. — salutenij scilicet. 


m — minus. 


t. --iedis. 


n* = natura. 


a* = aZfctti. 


ni — nisi. 

• 


c^ — cuius. 


'p^rr=- post, potest^ 


d5 «=s debef. 


possit. 


}S — dicit. 


s supra. 


e irrest. 


.^. sive^ scilicet. 


ft ^ fuit. 


8 — sunt. 


hi — hie. 


/P5 — seeundum. 


^ > — hoc. 
n 

4 


u^ — ubi. 
u'^ ^— usque. 


hf — huius. 


n9 vero. 


. i . — idesL 


yo — quinto. 


i^—ülud. 


V3 videlicet. 


i*3 — itaque. 


x^, x^ — Christus. 


ii — ibi. 


± Christi. 


T — infra. 


xo chfHsto, decimo. 



Siehe über diese Cagnat, Cours d* ipigraphie latine^ 2. Auf- 
lage (Paris 1889), S. 351—427 und über die Paläographie der 
römischen Inschriften ebenda S. 2 — 34. 

1* 



5. Verbundene Siglen ferner ersetzen aus 
mehreren Worten bestehende Ausdrücke oder auch ein- 
zelne Theile eines zusammengesetzte^ Wortes. 

Beispiel^: 

bm (b. m,)=bonae memoriae. 

hf (h. f.) = honesta femina. 

qs (q. s.) = qui supra. 

üd (u. d.) = vir devotus, 

a. d. = anno domini, 

d. g. = dei gratia. 

1, d. = loco diclo. 

q. d. = qui didtur. 

In d. n. = In dei nomine. 

6. Wie in den römischen Inschriften, so giebt es 
auch in den Schriften des Mittelalters verdoppelte 
Siglen, deren Zweck es ist die Mehrheit anzuzeigen 
oder Wörter darzustellen, bei deren Zusammensetzung der 
als Sigle angewendete Buchstabe zum Mindesten zweimal 
vorkommt. Man beachte die folgenden Beispiele: 

CQ = circa (und öfter auch, wenngleich 

.uneigentlich, für contra). 
ee ^= esse. 

gg =:germani, Gregor ius. 
inrS = matnmonium. 
ppa =^papa. 
ppi z=pop%ili. 
ss = subscripsi. 
tt = festes. 

7. Endlich giebt es noch Siglen, die ich unechte 
nenne 1*. sie bestehen ebenfalls aus einem einzigen Buch- 



1) GrundriQ, S. 65 (Original, S. 39). 



staben, der ein ganzes Wort darstelli, jedoch niclit aus 
dem Anfangsbuchstaben, und ihnen können noch gewisse, 
durch besondere Zeichen ausgedrückte Abkürzungen, welche 
ebenfalls ganze Worte darstellen, zugezählt werden. Die 
gewöhnlichsten sind die folgenden: 

ga = erga, 
gi = igitur. 
go = ergo, 
i oder \=:mL 
, n . = enim. 

Für selten halte ich h, = nihü^ welches ich gelegent- 
lich in florentinischen Urkunden des 13. Jahrhunderts 
gefunden habe. 

Die irische und angelsächsische Schrift hat über- 
dieß noch: 

K = atUem. 
3 = eiu8. 

Von den tironischen Noten entstammen die Zeichen: 

-i- (irisch-sächsisch ?) für est (daher i -f- für idesf) K 
= für esse. 

8. Aber die Abkürzungen durch Siglen sind in den 
Schrifken des Mittelalters nicht die häufigsten. Denn in 
der Mehrzahl der Verstümmelungen bewahren die Wörter 
zwei, drei oder mehr Budistaben ihres Anfanges, wahrend 
der abgeworfene Schlußtheil durch ein allgemeines, aus 
einem wagerechten Strichelchen, einer Art von Accent 
oder einer Schleife bestehendes Zeichen ersetzt wird. 

9. Die Abkürzungen dieser Art, zu denen auch die- 
jenigen gehören, welche heutzutage in denen Schnellschrift 



Doch findet sich auch das einfache -^ ftir hoc est, idest. 



6 

augewandt zu werden pflegen^ sind zahllos und entziehen 
sich jeder methodischen Eintheilung. 

Es giebt in der That gewisse Wörter des gewöhn- 
lichsten Gebrauches (wie Adverbien, Präpositionen, Formeln, 
technische Ausdrücke),- welche immer oder fast inmier in 
derselben Weise abgekürzt geschrieben werden. Von dieser 
Art sind die folgenden: 

an = ante. 

ap = apud. 

ecc\:= ecclesia. 



fei = f elidier. 

in = inde. 

ind = indictione. 



libr, sol, den = ZiÄme, sdidi^ denarii. 
not = notarius. 



tarn = tarnen. 

un = unde. 

US = usqiie. 
Doch vollzieht sich in der Mehrzahl der Fälle die 
Abstoßung des Schlüßtheiles ohne jede Begeh es ist ein 
Glied, welches, man könnte fast sagen, gewaltsam abge- 
rissen wird, und das an seine Stelle tretende Abkürzungs- 
zeichen giebt, wenn es auch in der Idee dazu dienen soll 
die Vollständigkeit des Wortes zur Darstellung zu bringen, 
doch kein Licht um das abgeschnittene Glied wiederzu- 
finden. Daher konmit es, daß bei der Erklärung der durch 
Verstümmelung abgekürzten Wörter die Erkennung der 
Endung nicht selten einige Schwierigkeit bietet, woraus sich 
dann weiter die Nothwendigkeit ergiebt andere, außerhalb 
des Bahmens der Paläographie liegende Hülfsmittel heran- 
zuziehen. Unter solchen Umständen wird es von Nutzen 
sein auf den Sinn der Bede, auf die grau^matischen Beu- 



gungen, auf den Satzbau zu achten, sich die Gewohn-' 
heiten des Schreibers vor Augen zu halten und mehr 
dergleichen. In den Fällen endlich, in denen auch äann 
noch Schwierigkeiten zurückbleiben, thut man gut, sobald 
es sich um eine genaue diplomatische Abschrift handelt, 
das verstünmielte Wort wiederzugeben, wie es dasteht. 
J)erartigen Unsicherheiten Torzubeugen haben die 
Schreiber bisweilen schon selbst Vorsorge getrofifen, indem 
sie an das Ende des verstümmelten Wortes eilien ver- 
kleinerten Buchstaben, der die Endung anzeigen soll, in 
der Höhe angesetzt haben; z. B.: 

abb^ = abbati. 
const™ = constitutum. 
dic^= dicitur. 
ex* = exempla. 
ex™ = exemplum. 
Flore = Florentiae. 
10. Nicht bei allen Verstümmelungen wird die Eegel 
den ersten Theil des Wortes hinzuschreiben und* den 
letzten zu unterdrücken genau eingehalten, sondern es giebt 
deren einige, bei welchen so zu sagen sprungweise vor- 
gegangen wird: wenn nämlich entweder die ersten Buch- 
staben der einzelnen Silben, aus denen das Wort besteht, 
angewendet, oder wenn neben dem ersten Buchstaben der 
ersten Silbe noch einige andere, mehr kennzeichnende 
hinzugenommen werden, das Ende aber unberücksichtigt 
gelassen wird. Hier einige Beispiele: 

bn = bene. 
cp = Caput, 
dnd = dicendum. 
dr = denarii, 
hr = Äeres, hci'edis^ heredes. 



8 



kl =i^ kalendae. 



pen=jpecuw»a. 
qn = qaando. 
c{da = quondam, 
im = tarnen^. 



III. Abkürzungen durch Zusammenziehung. 

11. «Abkürzungen durch Zusammenziehung* 
nennt man die Wörter, wenn sie geschrieben die ersten 
und die letzten Buchstaiben und auch wohl nocb, wie ea 
öfters geschieht, einen oder den andern mehr kennzeich- 
nenden aus der Mitte heraus behalten haben, wobei ge- 
wöhnlich die ausgelassenen Theile 'durch ein allgemeines 
Abkürzungszeichen ersetzt werden. 



*) Ueber diese letzte Abkürzung drängt sich mir eine Bemer- 
kung auf. In den häufigeren Fällen wird tm (als Zusammenziehung) 
für tantum gebraucht, während zur Bezeichnung von tarnen die 
Verstümmelung tarn oder die Zusammenziehnng tn angewendet 
wird. Aber nicht gerade sehr selten ist tm für tarnen und kann 
so nur zu leicht Zweideutigkeiten veranlassen. Man sehe z. B. in 
den Annales Florentini breves (facs. im Archivio paleografico italiano, 
Bd. I Taf. 7) die beiden nicht weit voneinander entfernt stehenden 
Ausdrücke m nocte tarn und in nocte tm: in dem erstem steht 
die Verkürzung ohne Zweifel für tarnen, in dem zweiten wahr- 
scheinlich für tantum^ doch läßt sich darüber streiten. In dem 
laurentianischen Ovid des 11. Jahrhundert« (facs. in der CoUezione 
FiorerUina^ Taf. 34) ist die Verkürzung tm durchgehend für tarnen 
angewendet, aber man wolle beachten, daß auf den ersten Seiten 
der Handschrift ein Korrektor häufig den dritten Schenkel des m 
weggeschabt und so tm in tn verwandelt hat, offenbar weil ihm 
letzteres der Regel und dem gewöhnlichen Gebrauch mehr zu 
entsprechen schien. 



9 

Diese Abkürzungen fallen entweder auf den unver- 
änderlichen Theil des Wortes oder auf die Endung allein, 
oder sie umfassen auch das ganze Wort. 

Als reine Zusammenziehungen können die- 
jenigen gelten, welche einen oder mehrere Buchstaben 
des Anfangs und des Endes nach folgenden Mustern bei- 
behalten : c -[- a = cawsa, gr -f- a = gratia^ h + eo = haheo^ 
sp -f- es = spca>5, als gemischte Zusammenziehun- 
gen dagegen (sie sind, die zahlreichsten) diejenigen, welche 
auch noch einige zwischenstehende Buchstaben aufnehmen, 
wie: s-\-h-\-2k = substantiay s -j- c -f- d + m =^ s^cwwrfwm. 
12. Eeine Zusammenziehungen, welche nur aus den 
beiden äußersten Buchstaben, eines Wortes bestehen, sind 
anscheinend recht schwierig, aber es ist zu beachten, daß sie 
uur für Wörter des gewöhnlichen Gebrauchs und von allge- 
mein bekanntem Sinn angewandt zu werden pflegen, wie : 

ca = causa. pr =pater. 

dr = didhi^r. qi = quasi. 

ds = deus. qm = quoniam. 

fr = f rater, sr = super. 

ma = mea^ materia. tc^==tunc. 

mr = 7nater. tm = tantum. 

na = natura. tn = tarnen. 

nc = nunc. um = verum. 

OS = omnes. vr = vester. 

Bisweilen werden sie noch von übergeschriebenen 
verkleinerten Buchstaben oder von Abkürzungszeichen, 
welche ihre Erklärung erleichtem, begleitet, wie: 

ad := cUiquid. 
as = aliquis. 
hi = huiusmodi. 
^s=personis. 



wmMH 



10 

13. Wenn die Abkürzung auf den unveränderlichen 
Theil des Wortes fallt, so wird dieser bei den reinen 
Zusammenziehungen verstümmelt (wie in aud-ia = audieti- 
tia; eccl-a,^= ecdesia; fh-ia ==phüo8ophia) und bei den 
gemischten zusammengezogen (wie in dn-w^ dominus; 
dr-ia = differentia ; dc-us, fc-us, sc-us = dictus^ factus^ 
sanctus). Aber in beiden Fällen folgen auf ihn regel- 
mäßig die nach den verschiedenen grammatischen Ab- 
wandlungen veränderten Endungen; und ebenso vollzieht 
sich auch die Umbildung der abgeleiteten Wörter. Davon 
gebe ich hier einige Beispiele: 
a -{- i -|- = o^nim : aius, aia, aie (und aiae) = animus^ anima^ 

animae; aiBtha = animcUis. 
SL'p-\-\^=apo8tol: aplus, hpli = apostdtis^ apostdi; apli- 

eus = apostolicus. 
CO -{- s= comtnun : coe, coia — commune, communia ; coitas 

= communitas; coiteir =r communiter. 
d -f- n = domin : dnus, dna, dnum = dominus, domina, do- 
minum; 6x10^0= dominaHo; dm\xm = dominium; dnari 

== dominari. 
gr-\- =grati: gra, gre, grajnjm = gratia, gratiae, gratia- 

rum; grosns ^= gratiosus. 
h + =r hab : heo, hes, het, hui, hitum = habeo, habes, habet, 

habui, habitum ; hlis = habilis ; hitatio = habitatio ; 

hitudo = habitudo. 
o -{-11=^ Osten: onio = ostendo; onsio = ostensio; onsus 

=^ ostensus, 
^-\-Y=pater, patr: ]pT, 'pTiB=pater, patris; pria=2?a- 

tria; pmus =paternus. 

Man beachte jedoch, daß bei einigen Beugungsformen 
das Schema des Stammes gewisse Veränderungen erleiden 
kann. So wird aus ca (c +) =^ causa cais (ca +) ^^^^ nicht 



11 

eis, auR ho (h -{-) = homo hois, hoi, hoem, hoes, hoam, 



•> 



it 







^ 




10 



k V 




: '^ ! f i" 



M 




44^ 






kWAwliAn 



A«« 







I 





^ 



1 





• 






^ 1 




11 

eis, auB ho (h -{-) = hotno hois, hoi, hoem, hoes, houm, 
hoibus (ho -}-) und auch hoiem, hoies, hoium (ho -|- i -f-)- 

14. Gewisse Endungen haben eigenthümliche , mit 
einer bestimmten Bedeutung yerknüpfte Zusammenziehun- 
gen, Ton denen ich hier einige der gebrauchlichdten an- 
führe: 



. . ato = , . atio, 

doato = donatio, 

narrato = narratio. 
. . lr = . . lifer^ . . lariter. 

alr = alifer. 

ntilr =utüäer. 

caplr = capütilariter. 

pplr =: poptUarüer. ^ 
. . oe = . . ione^ atione/^ 

intentoe = intentione. 

permutoe = permutatione, 

roe = ratione. 
. . rt = runt, 

fuert = fuerunt 
. . st = . . sunt 

adst = adsunt. 

15. Ich habe bereits gesagt, daß auf den unver- 
änderlichen Theil des Wortes, sei er verstümmelt oder 
zusammengezogen, in der Eegel die Endungen folgen; 
doch bleiben diese nicht immer unversehrt, spndern ver- 
lieren bisweilen den Anfang und werden allein auf den 
letzten Buchstaben des Wortes beschränkt, so daß man 



<) Siehe andere Beispiele unten in § 15. 
^) Aehnlich oem, oee, oi, oibus. 



12 

ganz wol sagen kann, die Zusammenziehung umfasse 
gleichmäßig das ganze Wort. 

Zu dieser Art von umfassenden Verkürzungen gehört 
der größte Theil der reinen, nur aus zwei Buchstaben 
gebildeten Zusammenziehungen und eine große Anzahl 
der gemischten. 

Es begegnen derartige Verkürzungen: 

bei den auf us it'nd um ausgehenden Wörtern, in 
welchen oft der Vokal u des Nominativ und des Accu- 
sativ des Singular unterdrückt wird, indem man di^ 
und dum für dnus und dnum = domintts^ dominum schreibt 
(doch würde dns nicht für dominos, dominas oder dominis 
stehen, noch dnm fdr dominam^ dominorum, dominarum) ; 

in einigen Formen des Zeitworts habeo^ welche mit 
Ausstoßung des unmittelbar auf den Stamm folgenden e 
geschrieben werden^ wie ht, hnt, hret, hre statt het, hent, 
heret, here = ÄaÄöf, habenty haberet^ habere; 

in anderen Wörtern, deren Endung mit e beginnt, 
und in welchen dieses e ebenfalls unterdrückt wird, wie 
frs (fres) = fratres^ hrs (hres) = Äeres, os (oes) = owne8, 
9tns (^ens) = respondens u. s. w. 

Indeß will ich mich ohne auf zu kleinliche Beob- 
achtungen zu sehr einzugehen nur im Allgemeinen dahin 
aussprechen, daß diese umfassenden Verkürzungen, welche 
Wurzel und Endung, Vorsilben und Nachsilben oder v^r- 
schiedeiie Theile eines zusammengesetzten Wortes in sich 
schließen, außer dem ersten und dem letzten Buchstaben 
des Wortes auch unter den zwischenliegenden diejenigen 
herausnehmen und erhalten, welche die besser kennzeich- 
nenden sind, und daß sie auf diese Weise so zu sagen die 
Aussprache und die Erkennungszeichen des Wortes selbst 
vor Augen stellen. Die so entstandene Abkürzung ist 



!3 

anscheinend eine einige, in sich selbst abgeschlossene, die 
zumeist durch ein einziges Zeichen dargestellt wird; doch 
hindert das nicht, daß man die einzelnen Theile des 
Wortes immer voneinander unterscheiden und einen jeden 
für sich herauserkennen kann.^ 

Hierher gehören die wenigen folgenden Beispiele: 



ald =^ aliud. 
als = alias. 



ierlm = Jerusalem. 
isrl = Israel. 



*) Eine besondere Betrachtung verdienen einige Verkürzungen, 
in welchen latinisierte Buchstaben des griechischen Alphabet« 
vorkommen. 



In den Verkürzungen epc, spc, xpc = episcopus , spifituSj 
Christus ist das Schluß-c nichts Anderes als die graphische Ueber- 
tragung des geschwänzten griechischen c. 

In den Invokationsformeln der mittelalterlichen Urkunden 
findet man oft die Verküi-zung ihu xpi, von welcher bereits 
Th. SiCKEL, die Urhtmdenlehre der Karölinge^\ S. 309 Anm. meister- 
haft gehandelt hat. Die Buchstaben, aus welchen diese zusammen- 
gezogenen Wörter bestehen, sind dem Anscheine nach lateinisch, 
in Wirklichkeit aber ^echisch und nur latinisiert, d. h. es ent- 
spricht das h dem •/] = «, das x den^ ■^ = ch und das p dem p = r, 
und die beiden Zusammenziehungen müssen gelesen werden, als 
wenn ieu chri geschrieben stände, und iesu christi aufgelöst werden, 
ohne daß man überflüßigerweise in dem ersten Worte (wie es 
Viele, ja die Meisten thun) ein h und in dem zweiten ein p ein- 
schiebt. Doch soll nicht verschwiegen werden, daß, so unbestreitbar 
richtig auch diese Erklärung in Rücksicht auf Schrift und Sprache 
ist, dennoch manche Schreiber des Mittelalters selbst die Sache nicht 
ebenso aufgefaßt haben, indem sie in dem h des ihu ein wahres 
und wirkliches h sahen und ein solches am Anfange oder in der 
Mitte des Namens iesu ausdrücklich einschoben und demgemäß 
hiesu, iehsu, ihesu u. s. w. schrieben. 



14 

gnlr = genercdUef*. 



ippm = imperpe^iium (in perpetuum). 
mgr = magister. 
nk = ncUurcditer. 



010 ■= omntno. 



omps = amnipatens. 
qts = quatenus. 
sbm = subiecfunL 



scdm = secundum. 

tpe (und auch t]^) = tempore. 
16. Aus den bisherigen Auseinandersetzungen ergiebt 
sich, daß die Zusammenziehungen im Allgemeinen weniger 
schwierig aufzulösen sind als die Verstümmelungen, weil 
man in ihnen, da immer der erste und der letzte Buch- 
stabe übrigbleiben, leichter übersieht, Ton wo man aus- 
zugehen hat, und wohin man kommen muß; da aber die- 
jenigen Wörter, in welchen Anfang und Ende gleich sind, 
weitaus die Mehrzahl bilden, so muß man eben die 
zwischenliegenden Buchstaben mit in Betracht ziehen, da 
sie, wie schon gesagt, dazu dienen die Eigenthümlichkeit 
des Wortes besser zu kennzeichnen und die Zusammen- 
zi^ung^n^ zumal die ähnlichen, genauer yoneinander zu 
unterscheiden. Hierher gehören die folgenden Beispiele: 
aia =^ anima. ana = antea. 



dna = domina. doa = dona. 



dr = dicüur. dnr = dicutUur. 



ds =r deu8. dms, dns = dominus. 

ma =^ meUj materia, mia = misericordia. 

sca = sancta. scia = scientia. 



88 =r suis. scis := sunctis. 

17. Um die Bedeutung der durch allgemeine Zeichen 
veranstalteten Abkürzungen, der Verstümmelungen wie 






15 

der Zusammenzieliungen, finden zu können muß man oft 
auch die Umgebung, in welcher sie stehen, ins Auge 
fassen, weil diese nicht bloß dazu beiträgt bei Wörtern, 
welche auf gleiche Weise abgekürzt wiedergegeben sind, 
die richtigere Bedeutung zu erkennen (z. B. : coUoe = col- 
latione und collectione^ iSt = idem^ idest und illud^ splr 
^= specialiter und spiritucditer), sondern auch dazu, um sich 
über die ungewöhnliche und schrankenlose Kühnheit ge- 
wisser Abkürzungen klar zu werden, zu deren Entzifferung 
die paläographischen Erwägungen in der That nicht aus- 
reichen i. 

In den theologischen, den philosophischen, den juristi- 
schen und den scholastischen Handschrifkeu begegnen wir 
in der That einer gewaltig großeii Anzahl sehr kühner Ab- 
kürzungen, welche uns jetzt zwar fremd, unregelmäßig nud 
unerklärbar erscheinen, damals aber sehr leicht verstanden 
wurden, weil sie sehr bekannte und ofk angewendete 
Wörter oder Bedewendungen ausdrückten, und dazu in 
einer herkömmlichen, allgemein angenommenen Weise. 

In solchen Fällen muß man den Stoff und das Formel- 
wesen derjenigen Art von Büchern und Urkunden, bei 
welcher jene Abkürzungen vorkommen, sehr genau kennen 
und unter verständiger Anwendung dieser Kenntnisse sich 
aufs Käthen legen. 



*) Wir geben hier einige besondere Abkürzungen aus Psaltern, 
Breviarien und anderen gottesdienstlichen Büchern : cc ■= canticum, 
]c :r::^ lectioj p Und ißs ■r= psolmus, qB ^= quesumus^ \'-^tyer8US. 






>¥ 



•* 



lö 



lY. Abkürzungen dnreli besondere Zeichen mit 

feststehender Bedeutung. 

18. Von den Abkürzungen durch besondere 
Zeichen bilden die erste Abtheilung diejenigen^ bei 
welchen die maßgebenden Zeichen (tUtdt) eine fest- 
stehende Bedeutung haben, die einzig oder vielföltig 
sein kann, aber von dem Buchstaben oder der Silbe, 
welchen jene Zeichen angefiigt sind, ganz und gar unab- 
hängig bleibt. 

Bei der Feststellung der Anzahl und bei der Bestim- 
mung der Form dieser Zeichen stimmen die heutigen 
Paläographen nicht miteinander überein, doch geben sie 
sämmmtlich von Ghassant ab Verzeichnisse derselben, die 
umfangreicher sind als dasjenige, welches ich hier vor- 
zuschlagen im Begriffe stehe, weil sie dabei auch auf 
abgeleitete, veränderte und umgestaltete Abkürzungsformeu 
Bücksicht nehmen oder auch unter die Abkürzungstitel 
selbst andere Zeichen aufnehmen, die vielmehr unter die 
orthographischen Eigenthümlichkeiten zu stellen sind. 

Aber eine normale Liste der Abkürzungszeichen 
mit feststehender Bedeutung muß, wie mir scheint, nur 
diejenigen elementaren Zeichen enthalten, deren einfache 
Form und deren ursprüngliche Bedeutung mit Sicherheit 
fesigestellt werden können, während von der Umwandlung 
dieser Zeichen, in der Form wie in der Bedeutung, von 
der starren Festlegung einzelner Figuren und umgekehrt 
von der freiem Wandlung und von der Unregelmäßigkeit 
anderer in besonderen Anmerkungen zu handeln ist 

Dieses vorausgeschickt, können wir die elementaren 
Abkürzungszeichen auf die Zahl von sechs beschränken, 
und zwar auf die folgenden: 



17 

Erstes Zeichen: — = w, w. 
Zweites Zeichen: '^ und j = r. 
Drittes Zeichen: ^ = us. 
Viertes Zeichen : 9 = con. 
Fünftes Zeichen: 7 = 0^. 
Sechstes Zeichen: '2^ = rum. 
Die drei ersten Zeichen stehen über der Linie, die 
anderen auf der Linie. 

Untersuchen wir sie weiter im Einzelnen. 
19. Erstes Zeichen: — = m und n. 
Die ursprüngliche Figur dieses Zeichens ist ein wage- 
rechtes Strichelchen, welches auch durch eine Schleife 
oder durch eine Schlangenlinie ersetzt werden kann. Die 
Schleife ist besonders in den Urkunden der Könige und 
der Päpste und in anderen diplomatischen Schriftstücken 
gebraucht. Dieses Zeichen hat, in den Verstümmelungen 
und in den Zusammenziehungen angewendet, allgemeine 
Bedeutung, steht aber auch als besonderes Zeichen sowol 
für w als für n, *;», 

In Betreff des Gebrauches und der Form dieses Zeichens 
habe ich aber verschiedentliche Beobachtungen gemacht. 
In den Uncialschriften , insbesondere in den mehr 
kalligraphisch gehaltenen, pflegt man das Zeichen des m 
von dem des n dadurch zu unterscheiden, daß man im 
erstem Falle einen Punkt daruntersetzt: 

"^ = w, =n, 
Beispiele : 

ENI"^==^wiw, NOME ^=nomen. 

Auch in der westgotischen Schrift, und zwar vor dem 

9. Jahrhundert, setzt man bisweilen über das Zeichen 

des m einen Punkt ("^) um es von dem allgemeinen 

Zeichen (""), welches n oder irgendeine Zusammenziehung 

Paoli-Lohmeyer, Abkürzangen. 2 



■P"^ 



^^^m 



wmfmm 






18 

darstellen soll, zu unterscheiden, jedoch nicht durchgängig*; 
vom 9. Jahrhundert ab ist dagegen das mit dem Punkt 
belegte Strichelchen ("^) das unterscheidende allgemeine 
Zeichen der westgotischen Abkürzungen*. 

In den Büchern und den Urkunden gotischer und 
halbgotischer Schrift sehen wir Yom Ende des 12. Jahr- 
hunderts ab nicht selten das Schluß-m durch 3 ersetzt, 
z. B. aivL"^ = animum. Dieses besondere Zeichen wird 
bereits in der longobardischen . Schrift von Montecassino 
(9. — 12. Jahrhundert) angewendet, und zwar nicht bloß 
am Ende eines ganzen Wortes, sondern auch mitten im 
Wort am Ende einer Silbe; es steht da im obern Zwischen- 
raum. In der gotischen Schrift dagegen wird es nur am 
Ende eines Wortes geschrieben. Es seien hier folgende 
Beispiele einander gegenübergestellt: 

longobardisch gotisch 

etia3 = etiam =^ etia3. 

su3ma = summa = süma. 
da3nu3 = damnum = damnu3. 

20. Zweites Zeichen: ^ und ^==r. 

Das einfache ürbüd dieses Zeichens ist die kleine 
Wellenlinie in wagerechter oder senkrechter Bichtung. 
Ueberall, wo man eine Wellenlinie sieht (wenn es sich 
nicht etwa um eine ümgestaltui^ des ersten Zeichens 
handelt), muß es als Begel geHen, daß sie ein fort- 
gelassenes r darstellt oder eine Silbe, unter deren Buch- 



») Vgl. Ewald et Loewe, Exemplaacriptorum Visigot., Taf. 7-12. 

2) lu dem irischen Boetius der Laurentiana aus dem 11. Jahrh. 
^lacs. in CoU, Fior,^ Taf. 4) bezeichnet ein hinter ^ und n in halber 
Höhe angebrachtes wagerechtes Strichelchen die Schlußsilbe em^ 
z. B. f in- = finem^ quid ■= quidem. 






19 




Ü^H( 



Olli 



I 

staben das r vorkommt, und bescjnders die Silben re 
oder er. 

Beispiele : 

{htn^^ furtum. 
diee^ =^dicere, 
übum =^ verbum. 

en Handschriften wird eine bestimmte ünter- 
. T Zeichen für die aus r und verschiedenen 
ildeten Silben gemacht; von diesen verschie- 
sn, die immer auf das Urbild der Wellenlinie 
.•en sind, ist die gewöhnlichste diejenige, die 
• darstellt (**) und vorzugsweise am Ende des 
ewendet wird. 

le: 

det^ = detur. 
dic^ ==- dic(it)ur. 
i*'is =^ iuris. 



^ 



ber die Siglen oder über verstümmelte Wörter 
3llenlinie zeigt gewöhnlich die Endsilbe ra an, so: 
'^^=r contra. "f, sü, su^^^supra. 

ex = extra. ult =^ tdtra. 

1, in = m/ra. 

Schließlich wolle man beachten, daß bei den Buch- 
staben mit einer Oberlänge das wellenförmige Strichelchen 
durch eine schräg durchgezogene Linie ersetzt werden 
kann; so: "F durch /ß, tT durch /K, f durch ^ u. s. w. 
Beispiele : 

/Kue = breve. 
/Kedes ==^ heredes. 
li/ßtas = libertas. 
^uus ^^ servus. 

2* 



20 

21. Drittes Zeichen: ^^u$. 
Das Zeichen besteht in einem kleinen Halbkreis oder 
in einem etwas verlängerten Eomma, die über der Linie 
stehen; seine ursprüngliche Bedeutung ist us, doch wird 
es häufig auch für 08 gebraucht. Beispiele: 
min* = minus. n* = nos. 

p^sum* =po8sumus. p*tea ^=p08tea. 

Dasselbe wird auch den römischen Zahlzeichen zur 
Bezeichnung der Ordinalzahlen angehängt: j^==primu8^ 
vij* = septimus. 

In der Kursivschrift sind die Schlußsilben mus und 
nu8 bisweilen dadurch ausgedrückt, daß eine kleine Linie 
quer durch die Verlängerung des letzten Schenkels des m 
und des n geht, z. B.: 

dedisseiq. = dedissemus. 
quesieriiq. = qt^sierimus. 
maq. = manus. 
quateiq. = quatenus. 
Nicht selten steht dieser kleine Querstrich noch zwischen 
zwei Punkten. In der longobardischen Schrift ferner 
durchschneidet das Zeichen für us den Ausläufer des Nexus 
ei um eius auszudrücken (^). 

In den Schriften des 11. und des 12. Jahrhunderfcs 
begegnet nicht selten, und ausnahmsweise auch in anderen 
Jahrhunderten, das übergeschriebene s am Ende einer 
Silbe und häufiger noch am Ende eines ganzen Wortes: 

idu% comiti^sa, ingre^su^. 
Bekanntlich setzt Chassant diesen übergeschriebenen 
kleinen Buchstaben unter die Abkürzungszeichen, doch 
mit Unrecht, denn derselbe stellt nur sich selbst dar. 
Ich habe indessen hier daran erinnern wollen um auf 
die Form hinzuweisen, welche dieser Buchstabe bisweilen 



21 

annimmt, indem er nach meinen Beobachtungen im 12. 
Jahrhundert ein wirkliches und wahres s ist, im 11. da- 
gegen die Gestalt des Zeichens für us hat, aber dabei nur 
die Bedeutung des einfachen 8. 
Beispiele : 

idu^ = idu^ t= idus. 
multa^ = multa^ = multas. 
Weiter ist noch zu bemerken, daß in der westgotischen 
Schrift das übergeschriebene s als Zeichen für us steht. 
Beispiele : 

eis = ßji^^, trib* = tribus. 

22. Viertes Zeichen: 9==o(m. 

Es hat die Gestalt einer arabischen 9 oder eines 
umgekehrten c und gilt nicht bloß für con^ sondern auch 
für com^ cum und cun. Es entstammt aus den tironischen 
Noten. 

Beispiele : 

9mune = commune. 
9trarium == contrarium. 
quos9que = quoscumque. 
9ctis = cunctis. 
Bisweilen wird es auch als einfache Sigle gebraucht 
und ist dann von Zeichen oder Buchstaben, welche seine 
Bedeutung bestimmen helfen, begleitet: 

'§= contra. 
96 = commune, 
Qfa^=z constitutum. 
,^.==^condam (quondam). 
690 ==e contrario. 

23. Fünftes Zeichen: 7 = ^^. 

Dieses ebenfalls den tironischen Noten entnommene 
Zeichen hat beinahe die Form einer arabischen 7 (deren 



22 

Schaft in deutschen, französischen und englischen Hand- 
schriften bisweilen noch quer durchstrichen wird) und gilt 
für ety und zwar sowol für die Silbe wie für das Bindewort. 
Als Silbe wird es nicht bloß alleinstehend, sondern 
auch im Zusammenhange eines Wortes angewendet und 
verändert dann bisweilen seine ursprüngliche Form in eiu 
Semikolon (;) oder in ein 3, welches im Wesentlichen 
auch nichts Anderes ist als ein mit einem einzigen Feder- 
striche gezogenes Semikolon. 
Beispiele: 

ten^ = tenet. 
quilib; = quüibet. 
hab5 -= habet. 
Als Bindewort wird es in den lateinischen Texten 
nicht bloß ftir et, sondern auch für das angehängte que 
gebraucht, während es in den in der Volkssprache ge- 
schriebenen Büchern sowol et wie e darsteilen kann ; und 
wiederum, wie es das Bindewort e darstellt, so sehen wir 
es auch bisweilen im Zusammenhange des Wortes für den 
einfachen Buchstaben e stehen. 
Beispiele : 

ab8q7 = absque. 
atj^ = atqu^. 
usq5 = usque. 
quoq; = quoque, 
-^d := ed. 

7I soprapiu=rg 7 soprapiü. 
h^dif itium =■ hedifUium. 
Mit einem übergeschriebenen Strichelchen (^) steht 
es für etiam. 

Man wolle beachten, daß das vierte und das fUnfte 
Zeichen (con und et) bisweilen in der Bedeutung des 



23 

t 

dritten {us) gebraucht werden, und daß dieses seinerseits 
wiederum durch einen einfachen Punkt ersetzt werden 
kann. 

Beispiel: 

quib9 quibi' quilr, quib3 quib.^=quiW = g'ttiiMS. 

Auch können die Figuren und die Bedeutungen des 
vierten und des fünften Zeichens infolge einer gewissen 
Aehnlichkeit derselben untereinander vertauscht und ver- 
wechselt werden. 

24. Sechstes Zeichen: ^ = rum. 

Es hat die Gestalt eines gotischen r oder auch einer 
arabischen 2, deren Grundlinie von einer andern, schräg 
abwärtsgehenden Linie durchschnitten wird, und bedeutet 
in der Regel die Silbe riim, und zwar zumeist am Ende 
eines Wortes; es kann aber auch als Yerstümmelungs- 
zeichen andere mit r beginnende Endsilben darstellen. 
Beispiele: 

ipo2^ = ipsorum, 

successo2A>3 == successarumque. 

\ih2p, = librum. 

liba^L = KÄra, librae^ libras^ libris. 

tb8to2p, = te8tor€m {textoreni). 
In der Majuskelform (9^) wird es als Sigle angewendet 
und kann Verschiedentliches bedeuten: rex^ rubrica^ re- 
spondit^ responsorium ; hieflir weise ich auf die bereits im 
§ 17 gegebenen Auseinandersetzungen hin. 

y. Abkürzungen durch besondere Zeichen mit 

relatirer Bedeutung. 

25. Die Abkürzungszeichen dieser Gruppe bestehen 
aus verschiedenartig gestellten und geformten Linien und 



24 



Punkten, aber weder die Form, noch die Stellung der- 
selben beeinflußt ihre Bedeutung, welche sich vielmehr 
nur nach dem Buchstaben richtet, an dem jene haften. 
Diese Zeichen haben daher keine feststehende, unabhängige 
Bedeutung wie die in dem yorhergehenden Kapitel auf- 
gezählten, sondern eine relative Bedeutung, eine 
solche eben, die von dem Buchstaben, zu welchem die 
Zeichen gesetzt sind, abhängig ist und sich ändert, sobald 
eines und dasselbe Zeichen zu einem andern Buchataben 
übertragen wird. 

Die Buchstaben, welchen die Zeichen dieser Gruppe 
angehängt werden, sind im Allgemeinen die Konsonanten, 
und die Abkürzungen umfassen eine ganze Silbe. 

2& Ich gebe hier das Yerzeichniß dieser Abkürzungen 
nach der alphabetischen Beihenfolge derjenigen Buch- 
staben, welchen die Abkürzungszeichen beigefügt sind. 

Nr. 1. h = ber. 
» 2. c^;=<n*m, con. 

S. ä ^ = de^ ud u. s. w. 
4 h = Aoc. 

5. 'k = hec (haec\ her. 

6. 1 oder i = d^ ul, vel; lis (als Endsilbe). 

7. m = tnen, 

8. n = non. 

9. pr=pre (prae), 

10. f=per^ par, 

11. $=pro. 

12. ^=pn. 

13. q = que^ quae (Pronomen). 

14. ^ = quL 

15. ^ = quod. 

16. (i = qui. 



n 



n 



25 

Nr. 17. c^* oder ^ = qiiam. 
n 18. cj^ = quia. 
j, 19. q;^ = qu6 (für et). 
, 20. t = ter. 
, 21. ü = w^. 

» 22. n = ver; vit (als Endsilbe). 
27. Betreflfe dieser Abkürzungen habe ich einige be- 
sondere Beobachtungen zu vermerken. 

Nr. 3 (d" ^) nimmt verschiedene Bedeutungen an, 
welche in zwei Gruppen geordnet werden können, deren 
eine de und dem umfaßt (z. B. dbet = debet, ibi^ = ibi- 
dem)^ die andere ud und uod (z. B. ap^ = apwfl?, aliqd 
= aliquod). 

Nr. 5 (li = haec) pflegt in den weniger sorgfältigen 
Schriften gegen die Begel in der Bedeutung von Aoc, also 
für h gebraucht zu werden. 

Auch Nr. 6 hat (wie Nr. 3) mehrfache Bedeutung, 
wovon ich hier einige Beispiele gebe: 
ul = vd, 

m^tum = midtum, 
1 oder l? = vel (bereits unter den unechten 

Siglen in § 7 aufgeführt), 
nobil = nobilis. 
Bei der Form 1, welche ein durchstrichenes l ist, 
muß man sich vor einer Verwechselung mit t hüten, 
indem man z. B. in dem ersten der eben angeführten 
Fälle ut anstatt vel lesen könnte — ein Irrthum, welcher, 
wie ich in meinen Uebungen sehr häufig durch die Er- 
fahrung erprobt habe, leicht zu vermeiden ist, wenn man 
sich gegenwärtig hält, daß in den lateinischen Minuskel- 
schriften des Mittelalters das t in der Begel die obere 
Mittellinie nicht überschreitet oder doch höchstens ganz 



26 

unmerklich, während das / eine recht beträchtliche Ober- 
länge hat. 

Die Nr. 10 ($=p^) wird in der angelsächsischen 
Schrift dorch p" ersetzt 

In Nr. 12 {p=pfi) deutet das übergeschriebene 
Strichelchen, wenn es wellenförmig ist, das r an und 
kann nicht bloß pri^ son4ern oft auch pre^ prm bezeichnen 
(vgl. Nr. 9) ; senkrecht ist es in Wirklichkeit nichts Anderes 
als ein kleines i. Da dasselbe von Nr. 16 (q = qui) gilt, so 
könnten diese beiden Abkürzungen auch unter diejenigen 
gestellt werden, welche den Inhalt des folgenden Kapitels 
(VI) bilden; doch habe ich es fttr angebracht gehalten 
sie an dieser Stelle zusammen mit Nr. 19 (q^ = que)^ von 
welcher ich bereits in § 23 gehandelt hatte, aufzufahren 
um das Yerzeichniß der Abkürzungen mit p und mit q 
vollständig zu geben. 

Nr. 13 (q = jwae) ist im 11. und im 12. Jahrhundert 
nicht selten noch mit einem den Doppellaut darstellenden 
Schwänzchen versehen (q). Es ist ferner zu beachten, 
daß diese Abkürzung sich bisweilen für das enklitische que 
gebraucht findet (auch in der Zusammensetzung adq = 
adque = atque\ während die eigentliche Darstellung des 
angehängten Bindewortes in Nr. 19 gegeben ist. 

Nr. 14 {%) steht in der angelsächsischen Schrift für 
quam und quia, während daselbst qtii durch Nr. 16 (q) 
wiedergegeben wird. 

Nr. 15 (si») gilt im Allgemeinen für quod^ ausge- 
nommen in der westgotischen Schrift, welche dieses Zeichen 
für qui anwendet. 

Von den überaus häufig vorkommenden Abkürzungen 
mit p und mit q (Nr. 9 — 19) wird es ersprießlich sein 
einige Beispiele folgen zu lassen: 



27 



pmiü = praemmm. 

ptib =paHibu8. 
^plqp' =propinquus. 
pmü = primum, 
^petas =proprleias. 
jpj^o =propero. 
"pj^aAiö ^=praeparatio, 
snpdcus = supradidus, 
supdcus = superdictus. 
qlihet = quaelibet. 
qq^ = quaeqtie. 
ali^s = aliquis. 
alig, =r aliquod. 
g,c)q7 = quodcumque. 
c^cq3 = cuiuscumque. 
^s^ = quisquam. 
qcg^d = quicquid. 
qnq; = quandoque, 

Nr. 21 (ü) gilt einfach für ut, woher ai\ = aii^, 
während aw^^m durch andere Abkürzaugen — au, aut, 
at — ausgedrückt wird. 

Beispiele für Nr. 22: 

übum = verbum. 
iü = ivit 
Jedoch wird vier häufiger durch u mit hoch dahinter- 
gesetztem ^ oder mit übergeschriebenem '^ (siehe § 20) 
oder auch durch u« (siehe § 28) abgekürzt. 



28 



TL Abkürzungen dnreh fibergesetzte Terklelnerte 

Buchstaben. 

28. Die verkleinerten Bachstaben, die übergesetzt 
werden, sind fast immer Vokale und zeigen im Allge- 
meinen Silben an, in denen ein r vorkommt, nämlich: 
ra^ re, r», ro, ru oder umgekehrt a/*, er, fr, or, tir. 

Beispiele: ^ 

a: g*tia = 5rra^Mi. c*ta = car^a. 

e : c^aü = creaviU u^bu^ = v&rbum. 

i : iia = tria. u*go = virgo. 

o: 9BXf^ = sacro. MjxB&=rfortuna. 

u: c^cis = crucis. {ig^Bk = ßgura, 

29. Sie nehmen jedoch auch andere Bedeutung an: 
a, e, i, o mit q bedeuten qua^ que (quae)^ 

qui^ quo^ 
i mit c bedeutet ctii, 
o mit g gno. 
Beispiele : 

aliq* = aliqua. 
qoq^ = quoque. 
alic* = alicui. 
igoraü = ignoravü. 

30. Auch die Konsonanten werden tibergesetzt, wovon 
man besonders n^ beachten wolle, welches nee darstellt 
und weder mit nc = nunc zu verwechseln ist, noch mit 
der Sigle n3, welche das Zeichen der enklitischen Silbe 
enthält und neque aufi&ulösen ist 

Man findet auch m übergeschrieben in der Bedeutung 
von wm, z. B. interd™ = m^^dtiw, und diese Bedeutung 
bewahrt es auch, weun es in gleicher Stellung am Ende 
verstümmelter Wörter steht. 



^^ 



•^»B 



^^ 



qP 



^f9 



^ 



29 



Beispiele : 



ho'^ :=bonum. 
max™ =inaximum. 



q<>tidia™ = quotidianumK 

In Bezug auf die Konsonanten mache ich noch 
darauf aufmerksam, daß einige von ihnen bisweilen am 
Ende eines Wortes aus Schreiberlaune übergesetzt werden, 
jedoch nicht um das Fehlen anderer Buchstaben anzu- 
deuten. Von s habe ich bereits gesprochen (§ 21) und 
füge hier nur hinzu, daß sich in derselben Weise auch t 
übergesetzt findet, z. B.: 

u* = tU. au* = aut. ^misi* = promisit 

31. Schließlich erinnere Ich daran, daß überge- 
schriebene verkleinerte Buchstaben auch in den durch 
Verstümmelung wie durch Zusammenziehung entstandenen 
Abkürzungen vorkommen (siehe die §§ 4, 7, 8 und 12). 
In dieser Verwendung aber gehören sie nicht in die Klasse 
der allgemeinen Zeichen, denn während sie zwar bei ver- 
stümmelten Wörtern das Fehlen kennzeichnender Buch- 
staben anzeigen, geben sie doch die fortgelassenen Ele- 
mente nicht vollständig wieder. Sie sind daher nicht mit 
den besonderen Silbenabkürzungen zu verwechseln, von 
welchen in diesem Kapitel die Bede ist, und die eine 
Gruppe besonderer, aus den Buchstaben des Alphabets 
gebildeter Zeichen mit bestimmter und feststehender Be- 
deutung ausmachen. 



\ 



<) Cod. Laur. Ashb. 65 (15. Jahrhundert). 



äö 



YII. Yerblndnngen mehrerer Abktirzungrszelehen 
und Yerschlingiiiigen abgekürzter Bnehstaben. 

32. Bisweilen, besonders im 12. und im 13. Jahr- 
hundert, geschieht es, daß über einem und demselben Buch- 
staben oder über einer und derselben Silbe mehrere Ab- 
kürzungszeichen zusammen stehen. Diese Sjeicheu 
bewafiren trotz ihrer raumhch engen Verbindung doch 
ein jedes seine eigenthümliche Oestalt, 3ein eigenthöm- 
liches Wesen, seine eigenthümliche Bedeutung, und fiir 
ihre Erklärung gelten ebendieselben Kegeln, wie wenn sie 
einzeln über Buchstaben und Silben stehen. 

Nur muß man beachten, daß bei diesen verbundenen 
Abkürzungen die äußerliche Stellung der einzelnen Zeichen 
nicht immer klar und deutUch auf ihre Beihenfolge zu 
schließen gestattet, daß diese aber dennoch stets, wenn 
man nur folgerichtig zu Werke geht, ohne sonderliche 
Schwierigkeit zu bestimmen ist. 

Beispiele : 

dca (der eine Strich Zeichen der Zusammen- 

Ziehung, der andere für m) = dictam. 
oratöe (wie vorher) = orartonem. 
oratde (*" =r, ^=m)^=oratorem, 
uoluit (^ =^ er, =n) = volueritU. 
p (^ =pri^ ^ = u8) =prius. 
^tio (jp =pro^ p =prae) =pro praetlo. 
^a (^ = pro, p=pri)=^propria. 
q3 (q = quo^ q3 =^gue) =^ quoque. 

33. Eine andere bemerkenswerthe Erscheinung sind 
die Verschlingungen (nexus) von Buchstaben 
mit Abkürzungszeichen. 



äi 

Bei der Behandlung und Beurteilung derselben bat 
man nicht sowol die Gesammtfigur als vielmehr die ein- 
zelnen Theile, aus welchen sich die Verschlingung zu- 
sammensetzt, in Betracht zu ziehen, da eben zu den ein- 
zelnen Theilen, nicht aber zu der Gesammtheit die Ab- 
küi'zudgszeichen gehören. Daraus folgt, daß auch nach 
Auflöi^ung der Yerschleifung die Zeichen bei denjenigeu 
Buchstaben, an welchen sie innerhalb der Zusammen- 
setzung des INexus selbst besonders hafteten, yerbleifoen 
und für gewöhnlich nach den Regeln der einfacheu Ab- 
kürzungen erklärt werden müssen. 
Beispiele: 

f^re (^ h)=probare. 

^ (g M) =r quibtis. 

i (a i) = quid. 

^ (q S) = qiU)d. 

^ (^ S)^quidem und quondam. 
In eben diese Gruppe gehören auch der bereits in 
§21 angeführte Nexus der longobardischen Schrift 

und der kursive Nexus 

j^ (p i^z=r pert (z. B. B,ndij^ = Äudipert), 

VIII. Oesehlclitliche Bemerkungen. 

34. An anderer Stelle habe ich bereits hervorgehoben, 
,,daß die mittelalterlichen Abkürzungen nicht durch den 
Zufall entstanden, noch auf dem Wege der Praxis in Ge- 
brauch gekommen sind (abgesehen von einigen besonderen 
Ausnahmen, die der Laune oder der Unwissenheit des 
Schreibers ihren Ursprung verdanken), sondern daß sie 
nach ganz bestimmten Begeln entstehen und ein eigenes 



32 

System bUden, welches bereits in der romischen Zeit aus 
den beiden Systemen der Siglen nnd der tironisehen Noten 
hervoi^egangen war und sich im Laufe des Mittelalters in 
methodischem Fortschritt entwickelt und bereichert hat^ ^ 

In der That haben die Siglen einen wesentlichen 
Einfluß auf die Abkürzungen durch allgemeine 
Zeichen ausgeübt, während sie selbst bereits in der 
römischen Zeit sowol in den Inschriften wie in den Hechts- 
büchern eine ebensolche Entwickelnng durchgemacht hatten, 
wie sie im Mittelalter diejenigen Abkürzungen erfahren 
haben f welche wir Verstümmelungen und Zusammen- 
ziehungen nennen. 

Der Einfluß der tironisehen Noten offenbart 
sich aber in noch höherm Maße bei den Abkürzungen 
durch besondere Zeichen. Wie es in den romischen 
Noten ein signum principale und ein oder mehrere signa 
auxüiaria giebt, ebenso giebt es in der That in den Ver- 
kürzungen des Mittelalters eine Oesammtheit von Buch- 
staben, welche den Grundstock des abgekürzten Wortes 
ausmachen (signum principale) und ein oder mehrere her- 
kömmliehe Zeichen,, welche die fehlenden Buchstaben und 
Silben darstellen (tituli oder signa auxiliaria). Fürs Zweite 
erhalten in dem System der römischen Noten wie in dem 
der mittelalterlichen Abkürzungen die Eülfszeichen oder 
Titel durch ihre verschiedene Form und Stellung auch 
verschiedene Bedeutung. Ueberdieß sind einige tironische 
Noten, wie wir oben gesehen haben, ohne Grestalt oder 
Bedeutung zu ändern in das System der mittelalterlichen 
Kurzschrift hinübergenommen. 



Ana meinem Grundriaa^ S. 52 fg. (Original S. 32). 



. •■ .1%i 



3&. in den ältesten Majoskelhandschriften sind die 
Abkürzungen selten und beschränken sich vorzugsweise 
auf B. = bus^ Q. = que und wenige andere \ Außerdem 
pf l^en am Ende einer Linie m und n, wenn sie ein 
Wort schließen, durch ein hochgeschriebenes w^erechtes 
Strichelchen ersetzt zu werden, jedoch in Unoialhand- 
schriften häufiger als in Kapitalhandschrifben, und zwar 
mit deqi bereits in § 19 angegebenen Unterschiede. 

Dabei ist der Gebrauch andei*er besonderen Verkür- 
zungen nicht ganz und gar ausgeschlossen, wie zunächst 
die für incipit (INCP) und für explidt (EXPL) erweisen.; 
weitere Beispiele sind die folgenden, in den kirchlichen 
Büchern recht häufig vorkommenden Zusammenziehungen: 

DS = deus. 

DMS und jy&^ ^= dominus^ von welchen 

das erstere älter ist 2. 
EPC und EPS = gH5copw5. 
IHC TPC = Jesus Christus. 
IBLM = Jerusalem. 



4) Wattenbach {Anleitung, 8. 66) führt fftr UnciaUiandschriffcen 
E, = e8t und QM, QNM. = quoniam an. In den florentiner Pan- 
dekten fand Bbencmann, Hi^. Pandect.^ S. 120 (angeführt im Nouveau 
TraitS de diplomatique, III S. 544) N für non und ID für idem; 
MOMMSEN {Praef. S. XXXIII) föhrt P fiir prae an, doch bezeichnet 
er es als höchst selten. 

<) Diese Beobachtung, welche die Mauriner im Nouveau TraitS 
de diplomatique^ III S. 544 anführen, ist durch neuere Untersuchungen 
besiäitigt. So hat Delisle {Milangea de paUographie et bibliographie, 
S. 15) in dem in Uncialen geschriebenen Psalter von Lyon aus dem 
G Jahrb. (facs. im Aümm-Quantin, Taf. 3) gefunden, daß dominus 
fast immer DMS zusammengezogen wird (und dem entsprechend 
DME und DMI), während DNS und DOM darin selten vorkommen. 

3 




34 

PRB =pre8biter. 
SCS = sanctus, 
SPC =spirüu8. 

In den Bechtshandschriften ferner nehmen bereits 
am Ende der Zeit Jnstinians die Siglen und die Abkür- 
zungen XJeberhand, weßhalb es dieser Kaiser f&r ange- 
bracht hielt dem einen Zügel anzulegen, wenigstens doch 
soweit es die Oesetzestexte selbst betraf ^ Von derartigen 
Abkürzungen wird eine große Anzahl in den yon Mommsen 
herausgegebenen Notarum kUerculi au%eführt^. 



Siehe die Verordnung über die Yeröffentlicliung des Codex 
{De emendatume Codicis Justmiani et aeeunda eilte edUüme), welche 
im § 5 befiehlt, daß er »od eimüitudinem naetrarum inetHuUanum 
et digeetorum^ ^ame uüa eignorum dubietate^ geschrieben werden 
solle, und die Epnstitution De veteri iure enudeando {^Deo auctore*) 
im Cod. lib. I § 18 und 22, wo ebenfaHs die »eiglorum (andere 
Lesart eignorum) captionee*^ die T^eiglorum dbecuriiatee*^ die ^com- 
pendiosa aenigmata^ verboten werden. — Vgl. die den Digesten 
Torangeschickten Konstitutionen Omnem rei pubiicae § 8 und TatUa 
circa § 22. 

«) Bei KEHi, GrammaHci laHni, IV. Nach Prof. M. Gitlbaüers 
Meinung müßten viele dieser Abkürzungen auch in den littera- 
rischen Handschriften vorgekommen sein, wofür ihm die vielen 
Fehler in der ältesten wiener Handschrift des livius, welche er 
in ihrer Mehrsahl als schlecht ausgedrückte und schlecht ver- 
standene Kürzungen einer ftltem Handschrift erklären will, als Be- 
weis gelten. Indeß dieses ist doch nur eine einfache Vermuthung, die 
zwar mit Scharfsinn aufgebaut ist, aber nicht durch thatsftchliche 
Beweise gestützt wird. Vgl. M. Gitlbaueb, De eodice lAmano 
vetustiaeinw Vindobonensi, Wien 1876; J. N. Madvigii EmenäcOiones 
Livianae^ Leipzig 1877, S. 601 Anm. 1; Gitlbaüeb Über dieses 
Buch Madwigs in der Zeitschrift für die öeterr, Gymnasien^ XIX (1878) 
S. 342—359 ; £. Chatelains Besprechung des angeführten Werkes 
von Gitlbauer in der Bevue critique, XHI (1879) S. 218—222. 



35 

36. In den kursiy geschriebenen Urkunden und 
Handschriften, die vor das Jahr 1000 gehören, dürften 
die Siglen und die Abkürzungen durch Verstümmelung 
beinahe zahhreicher sein als die durch Zusammenziehung. 

Auch fehlt es dort nicht an besonderen Zeichen und 
anderen Abkürzungen mit bestinmiter Bedeutung. Die 
Enddlben: 

iq^, i).==mii^, nu8 und 

habe ich bereits angeführt und füge hier noch hinzu: 
ar^^at (heari = b€ati^ Consta,— = constai)^^ 
b mit einem Schwänzchen unter dem Bauch für bus^ 
ij- = tum (cult" = cultum, quant~ = jwaw^ww), 
^ für u zwischen zwei Konsonanten in der Endsilbe 
eines Wortes (z. B. henedicaih = benedicatur^ prouentib^s 
= provenHbus)^ 

^ und q; für qui^ 
^ für U8, 

2^ fär rum und für andere ähnliche Endungen (wie 
Jiobai2^ = notariu8). Andere Abkürzungen durch allgemeine 
und besondere Zeichen übergehe ich. 

Im Allgemeinen jedoch sind die kursiven Texte sehr 
viel reicher an Yerschlingungen und Verbindungen (Nexus 
und Ligaturen), an verstümmelten oder aufeinanderge- 
häuften Buchstaben und an Nebenzügen, die für Buch- 
staben gelten, als an wirklichen und wahren Abkürzungen. 

37. Die karolingische Keform des 9. Jahr- 
hunderts hatte einen wolthätigen Einfluß auf die Ab- 



1) Man wolle sich merken, daß dieses Strichelchen sowie das 
andere, dem t beigesetzte mit ihrem zugehörigen Buchataben nach 
der gewöhnlichen Weise der Kursive verbunden sind. 



«« 



36 

kürzuDgen, welche zwar immer mehr und mehr anwuchsen, 
aber doch regebecht entstandene Zeichen bewahrten und 
festbegränzte Begeln einhielten. Vom 9. bis zum 12. Jahr- 
hundert gewann dar Gebrauch der Abkürzungen immer 
weitem Umfang, doch ging er in den litterarischeu Texten 
noch nicht über ein gewisses mittleres Maß hinaus. Im 
13. Jahrhundert dagegen, bei dem entschiedenim Ueber- 
gewicht des scholastischen und mönchischen Einflusses, 
yerlor er Maß und Gränze, und es wächst besonders in 
den juristischen, den theologischen und den scholastischen 
Handschritlen jenes Jahrhunderts und der beiden folgen- 
den ein , undurchdringlicher Urwald* Yon Abkürzungen 
heran, zu deren Entzifferung ofk genug das Auge nicht 
ausreicht und noch yiel weniger die Geduld. 

38. Man kann ganz gut wahrnehmen, yie sich die 
Weiterentwickelung der Abkürzungen in ihrem geschicht- 
lichen Verlauf innig an die Entwickelung der gotischen 
Schrift anschließt, sowol in ihrem ersten Anwachsen, 
wie in ihrer Ausbreitung und in ihrem YerfaU. Solange 
und wo immer diese Schrift sich i^ der Herrschaft erhalt, 
verharrt das System der Abkürzungen in üppigem Wachs- 
thum, wird immer reichhaltiger, immer sonderbarer aus- 
gestaltet — Tom 13. bis ins 15. Jahrhundert in den 
Handschriften und in den Urkunden, seit dem 15. Jahr- 
hundert in den Handschriften und in den Drucken goti- 
sehen Charakters. 

Aber auch hier bringt Licht und neues Leben der 
italienische Humanismus hinein, welcher nicht 
bloß die schönen antiken Formen der Schrift wiederher- 
stellte, sondern sie zugleich auch von dem verworrenen 
und überladenen Vorrath der gotischen Abkürzungen be- 
freien wollte. So sind in den eleganteren Handschriften 



37 

der Humauistenzeit und in den gleichartigen Drucken die 
Abkürzungen äußerst selten, und die übrigen Schriften 
und Drucke des 15. und der folgenden Jahrhunderte, die 
in der Mitte stehen zwischen gotischem und römischem 
Charakter, enthalten um so weniger Abkürzungen, je 
mehr sie sich der Art der Renaissance nähern, von der 
des Mittelalters sich entfernen. 



liihalteyerzeichiiiß. 



Seite 

Vorbemerkungen ........ III 

I. Allgemeine Eintheilang 1 

I. Abkürzungen durch allgemeine und durch be- 
sondere Zeichen. — - 2. Unterabtheilung in fünf Gruppen. 

U. Abkürzungen durch Yeratümmelung . . 2 

3. Erklärung. — 4. Einfache Siglen. — 5. Verbundene 
Siglen. — 6. Verdoppelte Siglen. — 7. Unechte Siglen. 
— 8, 9, 10. Andere Verstümmelungen. 

III. Abkürzungen durch Zusammenziehung . 8 

II. Erklärung. Reine und gemischte Zusammen- 
ziehungen. — 12. Zusammenziehungen, welche nur die 
äußersten Buchstaben des Wortes erhalten. — 13. Zu- 
sammenziehungen des unveränderlichen Theiles des 
Wortes. — 14. Zusammenziehungen der Endungen. — 

15. Zusammenziehungen des gesammten Wortes. — 

16, 17. Sonstige Bemerkungen. 

IV. Abkürzungen durch besondereZeichen mit 
feststehender Bedeutung 16 

18. Vorbemerkung. — 19. Erstes Zeichen. — 

20. Zweites Zeichen. — 21. Drittes Zeichen. — 

22. Viertes Zeichen. — 23. Fünftes Zeichen. — 
24. Sechstes Zeichen. 

V. Abkürzungen durch besondere Zeichen mit 

relativer Bedeutung ...... 23 

25. Vorbemerkung. — 26. Verzeichniß der Abkür- 
zungen. — 27. Besondere Bemerkungen. 



39 

Seite 

vi. Abkürzungen durcH Übergesetzte verklei- 
nerte Buchstaben 28 

28, 29. Uebergesetzte Vokale. — 30. üebergesetzte 
Konsonanten. — 31. Uelbergeschriebene verkleinerte 
Buchstaben in Abkürzungen mit allgemeiner Bedeutung. 

VII. Verbindung mehrerer Abkürzungszeichen 
und Verschlingungen abgekürzter Buch- 
staben 30 

32. Verbindungen von Abkürzungszeichen. — 
33. Verschlingungen abgekürzter Buchstaben. 

VIII. Geschichtliche Bemerkungen. ... 31 
34. Vorbemerkung. — 35. Ms^uskelschrifken. — 
36. Kursivschrift. — 37. Karolingische Reform. — 
38. Gotische Schrift. Humanismus und Renaissance. 



'S- 





















w.'K: \t'\ 









• -r 



'".1. ---? 



••;